Worum geht es in der Pilgerbegleitungsausbildung?

Sabine Petters aus dem Leitungsteam gibt Antworten

Was macht ein/e Pilgerbegleiter*in?

Als Pilgerbegleiter*in entwickelt man eigene Pilgerangebote und setzt diese ganz praktisch um. Die Bandbreite ist groß: Das reicht von zweistündigen Formaten wie „Schweigend um die Alster“ über halbtägige oder ganztägige Regionaltouren bis hin zu mehrtägigen Wegen. Der Schwerpunkt liegt dabei meist direkt vor unserer Haustür im Norden. Es gibt hier eine beeindruckende Vielfalt an Touren, die zum Großteil von engagierten Ehrenamtlichen geleitet werden. Durch unsere Ausbildung qualifizieren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, eigenständig Gruppen zu führen und inspirierende Pilgerwege anzubieten.

Worum geht es in der Ausbildung?

Es ist ein sehr vielseitiger Mix aus Praxis, Selbstreflexion und Methodik. Wir beschäftigen uns mit der eigenen Pilgererfahrung, klären Grundfragen der Pilgerschaft und blicken auf deren Geschichte. Ein großer Block widmet sich dem Arbeiten mit Gruppen: Wie gehe ich mit Konflikten um, was bedeutet Seelsorge unterwegs und wie wahren wir grenzachtendes Verhalten? Auch Auftreten, Haltung, Stimme sowie das freie Sprechen und gemeinsame Singen stehen auf dem Programm. Darüber hinaus lernen die Teilnehmenden, wie man Andachten und geistliche Impulse im Raum wie auch in der Natur gestaltet, wie Öffentlichkeitsarbeit funktioniert und wie man schließlich sein eigenes Pilgerprojekt plant.

Für wen ist das was? Brauche ich Pilgererfahrung?

Die Ausbildung richtet sich an alle Interessierte, die Lust haben, sich ehren- oder hauptamtlich einzubringen und eigene Angebote auf die Beine zu stellen. Eigene Pilgererfahrung ist von Vorteil, aber keineswegs Pflicht! Vorauszusetzung ist Freude an der Arbeit mit Menschen. Wir möchten die Begeisterung fürs Pilgern weitergeben. Viele Menschen träumen davon, einmal auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela zu gehen, zögern aber aus ganz unterschiedlichen Gründen. Regionale, kleinere Touren senken diese Hemmschwelle enorm. Und ganz wichtig: eine Kirchenmitgliedschaft ist für die Kursteilnahme keine Voraussetzung – jede und jeder Interessierte ist willkommen!

Was bedeutet pilgern für Sie persönlich?

Mir bedeutet es unglaublich viel. Beim Pilgern verbinden sich Bewegung, Natur und bewusstes Innehalten mit einer sehr einfachen, ursprünglichen Form der Gottesbegegnung. Ich habe über die Jahre gelernt: Es geht oft gar nicht um das krampfhafte „Gott-Suchen“, sondern vielmehr um das einfache „Mit-Gott-Sein“. Das ist auch keine leichte Übung, aber entspannt sehr.